07. März 2019

Pressemitteilung 07.03.2019

 

Einführung der virtuellen Sprechstunde muss sorgfältig geprüft werden

Zur aktuellen Debatte um die Einführung einer virtuellen Sprechstunde in den Arztpraxen des Landes erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag M-V, Torsten Koplin:

„Der Arztberuf ist so verantwortungsvoll wie nur wenige, denn im Zweifel geht es um Leben und Tot eines Menschen. Die Erstbegutachtung bei einer Erkrankung sollte deshalb dem Arzt persönlich vorbehalten bleiben. Eine Untersuchung des Bauches kann zum Beispiel nur mit Ertasten und viel Erfahrung zu den richtigen Schlüssen führen. Eine chronische Diabetes-Erkrankung kann durchaus auch telemedizinisch begleitet werden. Die Einführung der virtuellen Sprechstunde muss deshalb sorgfältig geprüft werden. Sie sollte auch nicht als Allheilmittel betrachtet werden, mit dem alle Probleme der medizinischen Versorgung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gelöst werden können.

Neben den berufsrechtlichen Fragen, zum Beispiel die Haftung der Ärzte betreffend, die gerade auf Bundesebene beraten werden, müssen auch erst einmal die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, bei denen es in unserem Bundesland ja besonders klemmt.

Bevor die Fraktionen von SPD und CDU ganz euphorisiert von ihrem eigenen Tun mit einem parlamentarischen Schnellschuss in das Selbstbestimmungsrecht der Ärzteschaft eingreifen, sollten sie erst einmal ihre Hausaufgaben machen und die Landesregierung auffordern, die in den letzten Jahren bereits gefassten Landtagsbeschlüsse zu dem Thema endlich umzusetzen. Dass die Koalitionäre bei diesem Thema ohne Rücksprache mit der Ärztekammer des Landes agieren, spricht ebenfalls Bände.“