16. April 2018

Zuarbeit für den Nordkurier-Redakteur

In der Ostseezeitung erschien eine Meinungsäußerung von mir zum Verhältnis CDU-DIE LINKE. Ausgangspunkt war eine Anfrage des Nordkuriers zum Verhältnis CDU und DIE LINKE und um Gedanken einer möglichen Zusammenarbeit, wie sie im Land Brandenburg spekuliert werden. Der Bitte zum Verfassen eines Artikels für die Wochenendausgabe des Nordkurier in nicht so "trockener Art und Weise" bin ich nachgekommen:

Sehr geehrter Herr......, vielen Dank für die Anfrage zu einer denkmöglichen Liaison zwischen CDU und LINKEN, die ich auch im Namen meiner Co-Vorsitzenden, Wenke Brüdgam, beantworten möchte.

"Der Landesvorsitzende der CDU, Herr Kokert, hatte jüngst einen runden Geburtstag. Wir waren jedoch nicht zur Feier eingeladen, was darauf schließen lässt, dass die Christdemokraten bei uns noch nicht auf Brautschau gehen. Unabhängig davon ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, das Demokratinnen und Demokraten miteinander reden und miteinander Politik gestalten können müssen.
Was wir an der CDU schätzen, ist die Verlässlichkeit von Absprachen. Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß. DIE LINKE und die CDU haben durchaus Verbindendes. Beide Parteien haben eine starke Verankerung in allen Teilen des Landes. Beide Parteien machen jeweils Politik nah bei den Menschen. Das christliche Menschenbild und das Weltbild von Sozialistinnen und Sozialisten hat ein hohes Maß an Übereinstimmung. Mitglieder beider Parteien haben in der Regel sowohl die Bibel als auch Karl Marx eifrig gelesen, ziehen aber verschiedene Schlüsse daraus.
In der Realpolitik überwiegt derzeit das Trennende. In einer Partnerschaft mit uns müsste sich die CDU dazu bekennen, dass keine Waffen in Kriegs- und Krisengebiete exportiert werden ("Frieden schaffen ohne Waffen"; Quelle: Mi. 4,1-4). Mit uns müsste die CDU eine Überwindung von Hartz IV und die Herstellung einer existenzsichernden, diskriminierungsfreien Rente anstreben ("... jagt allzeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann"; Quelle: Thess. 5:15). Und mit uns müsste sich die CDU für eine solidarische Steuerreform auf Bundesebene einsetzen, inclusive Wiedereinführung der Vermögenssteuer ("Einer trage des anderen Last"; Quelle: Galater 6:2).
Abgesehen davon müsste sich die CDU in einer Regierungskonstellation mit der LINKEN ganz anders in Riemen legen, als unter Manuela Schwesig. Bei uns wird gerudert und nicht geschludert. Bei uns wird das Land gestaltet und nicht nur verwaltet."

Beste Grüße
Torsten Koplin