07. Oktober 2016

Pressemitteilung 07.10.2016

Rasche Hilfe für Menschen erforderlich, die an der Seele erkrankt sind

Zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit am kommenden Montag erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„In M-V müssen Menschen, die an der Seele erkrankt sind, in ganz Deutschland am längsten auf professionelle Hilfe warten. Während Patientinnen und Patienten im Bundesdurchschnitt nach 12,4 Wochen ein psychotherapeutisches Erstgespräch führen können, dauert es hierzulande 18 Wochen. Dabei ist bei Depressionen, Angststörungen oder einer Abhängigkeitserkrankung möglichst rasche Hilfe notwendig.

 

Diese Wartezeiten hat die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer bundesweit erhoben. Die Landesregierung hält es nicht für erforderlich, landesweit solche Daten zu erfassen, wie aus einigen Antworten auf Anfragen meiner Fraktion hervorgeht (Drs. 6/3572, 4584, 4682). Wie sie dennoch auf ihre positive Einschätzung der Versorgung kommt, bleibt ihr Geheimnis. Meine Fraktion hat sich immer für eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung mit psychotherapeutischen Praxen im Land eingesetzt und die Landesregierung aufgefordert, entsprechend tätig zu werden. Sie könnte beispielsweise finanzielle Anreize setzen für die Niederlassung von Ärzten gerade im ländlichen Raum. 

Nach Datenerhebungen mehrerer Krankenkassen leidet in M-V fast jede und jeder dritte Erwerbstätige einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Auch aufgrund zunehmender Anforderungen im Beruf werden immer mehr Beschäftigte krank. Die neue, alte Landesregierung darf die Augen davor nicht länger verschließen und das Problem der mangelnden psychotherapeutischen Versorgung in der Fläche endlich angehen.“